Flächenversiegelung contra Klimaneutralität

Die derzeitige Hitzewelle treibt uns allen den Schweiß auf die Stirn,  lässt Felder, Rasenflächen und Wälder vertrocknen und führt in Deutschland zu massiven Ernteausfällen. Dass Freiburg nicht nur durch seine geographische Lage bei  Hitzewellen regelmäßig zu einer besonders heißen „Wärmeinsel“ wird, haben wir an dieser Stelle schon beschrieben und Klima-Experten zitiert, die das bestätigt haben.

Sie stellten fest, dass die dabei mögliche maximale Lufttemperaturdifferenz zwischen der Stadt und dem kühleren Umland bis zu 10 °C betragen kann. Nicht nur die geografische Lage ist dafür verantwortlich, sondern auch die Versiegelung von Flächen. Denn Straßen, Plätze und Fassaden speichern die Hitze und auch nachts kommt es dann nicht zu einer echten Abkühlung.

Die Auswirkungen der städtischen Wärmeinsel sind vielfältig. In den Sommermonaten erhöht sich die Gefahr des Hitzestress für die Menschen in der Stadt. Bei Hitzeperioden kommt es durch den Einsatz von Kühlsystemen und Klimaanlagen zu einem erhöhten Energieverbrauch mit zusätzlichen Kosten und zu vermehrtem CO2-Ausstoß.

„Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum“ wird als Hauptargument dafür genannt, dass in Freiburg landwirtschaftliche Flächen versiegelt (Dietenbach) und Wälder abgeholzt werden sollen (Mooswald). Auch eine Bebauung der  Dreisamauen, die zur Erholung genutzt werden, wird in Erwägung gezogen. Der „Fünf-Finger-Plan“, der entwickelt wurde, um eine Durchlüftung der Stadt zu gewährleisten, sei „veraltet“ und wird nicht mehr in Überlegungen einbezogen.

In anderen Städten (z.B. Stuttgart, Jena) werden klimaregulierende Frischluftschneisen bei der Stadtplanung berücksichtigt, während diese in Freiburg zugebaut werden. Wenn alle geplanten Bauvorhaben in Freiburg realisiert werden, wird sich die „Wärmeinsel Freiburg“ noch weiter aufheizen und es lässt sich vorhersehen, dass negative Folgen vermehrt eintreten werden. Es ist nur eine Frage der Zeit und des Ausmaßes.

Hier wird wider besseres Wissen gehandelt, mit gravierenden Nachteilen spätestens für die Generation unserer Kinder. Fraglich ist, wie so die vielbeschworene Klimaneutralität Freiburgs erreicht werden soll und ob tatsächlich bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden kann.

Dieser, hauptsächlich von FL/FF-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Deppert verfasste Beitrag der Fraktion FL/FF, wird demnächst im „Amtsblatt“ von Freiburg (Nr. 735) erscheinen.

Siehe auch: https://freiburg-lebenswert.de/rede-zum-klimawandel-in-freiburg/