Die versprochene 50%-Sozialquote

Die Sparkasse weist in einem Brief an den Baubürgermeister darauf hin, dass es auch aus ihrer Sicht bezahlbaren Wohnraum für breiteste Bevölkerungsschichten geben muss. Aber (Zitat): „Die bisherigen betriebswirtschaftlichen Berechnungen ergeben noch keinen finanziellen Spielraum für die vergünstigte Abgabe von Grundstücken. Es wäre aus unserer Sicht deshalb sehr kontraproduktiv, wenn man das Vorhaben zum jetzigen Zeitpunkt mit einem Junktim hinsichtlich Sozialquote verbinden würde. In diesem Fall könnten wir unsere Beteiligung am Konsensmodell Dietenbach nur dann aufrechterhalten, wenn eine aktualisierte überschlägige Kalkulation darlegen könnte, wie und von wem das in etwa finanziert werden könnte, oder die Stadt entsprechend der Rahmenvereinbarung ein mögliches Delta ausgleicht“.

Das heißt nichts anderes, als dass die Sparkasse keinerlei Spielraum für die Realisierung einer 50%-Quote sieht. Und es heißt, dass ein Großteil der entstehenden Wohnungen auf dem freien Markt angeboten werden muss. Das macht sie teuer. Aber nur die nicht preisgebundenen, also die nicht geförderten Wohnungen gehen in den Mietspiegel ein – also nur die teuren Wohnungen. Das bedeutet aber, dass der Mietspiegel ansteigen wird und damit die Mieten in der ganzen Stadt teurer werden! Wer also Mieter in FR ist und für den Bau von Dietenbach stimmt, darf sich hinterher nicht beklagen, wenn er später eine höhere Miete zu zahlen hat.

Im Gemeinderat wurden in den letzten fünf Jahren weit über 5.000 Wohnungen genehmigt, die meisten sogar mit der Zustimmung von FL/FF. Wieso haben wir dann immer noch ein Problem, dass Freiburger Bürger bezahlbaren Wohnraum suchen? Wieso wächst die Notfallkartei, statt abzunehmen? Ganz einfach: weil die falschen Leute und Institutionen bauen, weil Interesse besteht viel Geld zu verdienen, weil ständig preisgünstiger Wohnraum – auch von FSB und den Genossenschaften – abgerissen und durch teuren ersetzt wird, weil, weil, weil… Und das würde in Dietenbach nicht viel anders sein, sollte ein Stadtteil dort wirklich gebaut werden.

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Engagierte Bürger in den Gemeinderat