Dietenbach bindet Personal

Nach dem BZ-Bericht ÔÇ×Wie ein Pferdestall in der Wiehre zu einer der ersten Tankstellen Freiburgs wurdeÔÇť vom 9.1.2023 musste mit gro├čer Verwunderung bereits zur Kenntnis genommen werden, dass das denkmalgesch├╝tzte Anwesen Schwarzwaldstra├če 69 im Unterhalt vernachl├Ąssigt wird und seit l├Ąngerer Zeit leersteht. Freiburg Lebenswert hat daraufhin bei der Stadt eine Anfrage nach den Gr├╝nden f├╝r diese Vernachl├Ąssigung gestellt. In der uns nun vorliegenden Antwort wurde mitgeteilt, dass bereits 2017 ein Aufstellungsbeschluss f├╝r einen Bebauungsplan f├╝r eine Reaktivierung des denkmalgesch├╝tzten Geb├Ąudes gefasst worden sei. Dieser sehe auch die Nutzung des Geb├Ąudes zu Wohnzwecken vor. Das Verfahren sei jedoch aufgrund anderer Priorit├Ąten innerhalb der Bauverwaltung nicht weiterverfolgt worden.

Worin genau diese anderen Priorit├Ąten liegen, wurde uns nicht mitgeteilt. Eine Antwort d├╝rfte allerdings nicht schwer zu erraten sein, wenn man bedenkt, dass laut Haushaltsplan 2023/2024 im Baudezernat zwei neue Stellen f├╝r das Projekt Dietenbach geschaffen werden ÔÇô bei bereits sieben bestehenden Stellen. Dabei sind nicht ber├╝cksichtigt die Stellen in anderen Dezernaten, die ebenfalls f├╝r Dietenbach t├Ątig sind.

Freiburg Lebenswert hat sich stets aus ├Âkologischen Gr├╝nden gegen den neuen Stadtteil Dietenbach ausgesprochen. Die nun explosionsartig gestiegenen Kosten bieten einen weiteren Grund f├╝r eine ablehnende Haltung. Dass dieses Projekt nun auch noch ├╝berm├Ą├čig Personal bindet, gibt weiteren Anlass, dieses Projekt kritisch zu sehen.

Die Beseitigung des Leerstands ist eine wichtige Ma├čnahme zur Wohnraumbeschaffung. Eine Sanierung des Anwesens Schwarzwaldstra├če 69 k├Ânnte hier einen Beitrag leisten. Dem Denkmalschutz, der nach dem Koalitionsvertrag 2021 der gr├╝n-schwarzen Landesregierung gef├Ârdert werden soll, k├Ąme eine Sanierung ebenfalls zugute. Ungeachtet dessen ist die Ber├╝cksichtigung des Denkmalschutzes gesetzlich verpflichtend, Eigent├╝mer von Kulturdenkmalen haben diese baulich zu erhalten. Leider genie├čt die Denkmalpflege nicht bei allen Privateigent├╝mern ein allzu hohes Ansehen. Daher sollte man von der Stadt erwarten, dass sie mit gutem Beispiel vorangeht. Dazu m├╝ssen allerdings die Priorit├Ąten verschoben werden ÔÇô auch beim Personaleinsatz.