„Die Krux mit der Schönheit“

„Landshut ist eine der ältesten und auch schönsten
Städte Bayerns. Rund 600 Baudenkmäler gibt es zu bewundern und seitdem in den
beiden Prachtstraßen Fußgängerzonen eingerichtet wurden, wirkt alles noch viel
schöner“, so beginnt der Film über Landshut, den das Fernsehen des Bayerischen
Rundfunks (BR) am 16.06.2019 unter dem Titel „Landshut – Die Krux mit der
Schönheit“ gesendet hat. Er zeigt, wie dennoch auch in Landshut bis heute immer
wieder denkmalgeschützte Häuser abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden.

Wenn man sich den Film anschaut, fühlt man sich immer
wieder an Freiburg erinnert: Immer wieder wird seitens der
Stadtverantwortlichen mit sogenannten „Sachzwängen“ und von Bauinvestoren von angeblich
„schlechter Bausubstanz“ argumentiert. Es wird gezeigt, wie sich Politik und
Verwaltung gegen den Protest der Bürger allzu oft den Interessen von Neubau-Investoren
beugen. Von „wirtschaftlichen Interessen“, denen man sich nicht „entgegenstellen
könne“ ist einerseits, von „unsäglichen Bausünden“ und von einem „schwachen
Denkmalschutz“ ist in dem Beitrag andererseits die Rede.

Zu Wort kommt auch der bekannte Journalist Dieter
Wieland, der in Landshut aufgewachsen ist. Schon oft haben wir ihn hier zitiert
und Dokumentarfilme von ihm vorgestellt. Mit seinen kritischen
“Topografien” hat sich der Filmautor einen Namen gemacht und viele
Preise gewonnen. Ein Porträt über seine Heimatstadt sorgte in den 1970er-Jahren
für heftige Diskussionen. Seine Filme in der Reihe „Topographien“ sind alle
sehenswert. Sie sollten – genauso wie dieser Film über Landshut –
Pflichtbeiträge der Fortbildung für Freiburger Gemeinderäte, Stadtplaner, Architekten,
Bauträger und Investoren sein.

Eines der ältesten verbliebenen Häuser der Stadt, das Ratsstüble, stand unter Denkmalschutz, wurde aber dennoch so lange leer stehen gelassen, bis es angeblich nicht mehr zu retten war.

„Das kulturelle Erbe einer Stadt ist nicht nur ein Schatz aus der Vergangenheit, es bedeutet auch eine große Verantwortung für die Zukunft.“ So der Schlusssatz des Beitrags, den wir empfehlen möchten, sich anzusehen. Möge man sich in Freiburg diesen Satz in Erinnerung rufen, wenn es zum Beispiel um das denkmalgeschützte Dreikönigshaus geht, das wegen der Einrichtung der Baustelle für den Autobahntunnel durch quer durch die Stadt abgerissen werden soll.

Siehe: https://www.br.de/mediathek/video/unter-unserem-himmel-16062019-landshut-die-krux-mit-der-schoenheit-av:5cd008fd4e109b001340c7bd

Den Denkmalschutz stärken (Foto: M. Managò)

Auszug aus dem grün-schwarzen Koalitionsvertrag 2016

Das Haus in der Wintererstraße 28 stand unter Denkmalschutz, wurde aber dennoch mit fadenscheinigen Beründungen abgerissen!