Anfrage zur Kirchstrasse

Zur┬áKirchstra├če┬áhat Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler (FL) am 12.4.2023 folgende Anfrage (nach ┬ž 24 Abs. 4 GemO zu Sachthemen au├čerhalb von Sitzungen) an OB Martin Horn gerichtet:

Sehr geehrter Herr Oberb├╝rgermeister,

Anwohner der Kirchstra├če sehen sich seit Jahren einer gro├čen Geduldsprobe ausgesetzt. Die Stra├če ist seit 2017 Dauerbaustelle. Es begann 2017 mit dem bedauerlichen Abriss der ehemaligen Schreinerei H├╝gle. Diese Bauma├čnahmen zogen sich mehr als zwei Jahre hin. Kaum war die Baustelle dort abgebaut, begannen Sanierungsma├čnahmen an Haus Nr. 3 und nach Beendigung dieser an Haus Nr. 5. Beide Bauma├čnahmen zogen sich ebenfalls mehrere Jahre hin. Die Baustelle an Nummer 5 wurde nun vor kurzem ger├Ąumt. Die Hoffnung der Anwohner auf eine Stra├če frei von Behinderungen und ohne den Blick auf Baukr├Ąne w├Ąhrte nicht lange. Gleich nach Abbau der Baustelle an Nr. 5 wurde der Bereich an den H├Ąusern Nr. 38 und 40 abgesperrt und ein Kran aufgestellt. Offensichtlich wird im hinteren Bereich angebaut. Sorge bereitet indessen der Altbau Nr. 15 direkt gegen├╝ber. Dieser steht seit mehreren Monaten leer und so ist zu bef├╝rchten, dass nach Abschluss der Bauarbeiten an Nr. 38/40 die Baustelle lediglich die Stra├čenseite wechselt. Doch dies ist nicht alles: Auch im Bereich zwischen Konradstra├če und Annaplatz gab es in den letzten Jahren ebenfalls etliche Baustellen.

Daher hier die folgenden Fragen und Anmerkungen der Anwohner:

1. Sind weitere Bauma├čnahmen in der Kirchstra├če geplant?
2. Was passiert mit dem Altbau Nr. 15? Dieser Bau ist in hohem Ma├če sch├╝tzenswert, jedoch nicht denkmalgesch├╝tzt. Bleibt der Altbau in seinem Bestand erhalten?
3. Im Hinterhof im Bereich Nr. 42 bis 46 steht seit mehr als zwei Jahren offensichtlich ohne Funktion ein Kran. Dieser muss sich im Wind drehen k├Ânnen, was er auch tut. Tags├╝ber sieht dies bei entsprechender Wetterlage gef├Ąhrlich aus, nachts wird das Geschepper zur L├Ąrmbel├Ąstigung. Hat dieser Kran eine nachvollziehbare Funktion,
sodass er nach wie vor an dem Ort stehen bleiben muss?
4. Die Baustellen sind vor allem f├╝r Fu├čg├Ąnger eine hohe Belastung. Diese sehen sich gezwungen, st├Ąndig wegen der dicht parkenden Autos die Stra├čenseite zu wechseln. Erschwerend kommt hinzu, dass nach Einf├╝hrung von Tempo 30 auf der G├╝nterstalstra├če die Kirchstra├če vermehrt als Ausweichstrecke benutzt wird, was f├╝r eine erhebliche Zunahme des Verkehrs in der Stra├če gesorgt hat. Vor ein paar Jahren hat ein Anwohner die Initiative ergriffen und angefragt, ob die Stra├če zur verkehrsberuhigten Zone umgestaltet werden k├Ânne. Damals fand diese Initiative bei der Stadt keinen gro├čen Anklang. Doch Zeiten und vor allem Verkehr ├Ąndern sich. W├Ąre aus heutiger Sichtweise diese Art der Verkehrsberuhigung denkbar?
5. Eine erhebliche Belastung sowohl in der Kirch- als auch in der Konradstra├če sind parkende Wohnmobile, die teilweise ├╝ber die zul├Ąssige Markierung (gem├Ą├č ┬ž 39 Abs. 5 StVO ein Verkehrszeichen) hinaus parken und offensichtlich in diesen engen Stra├čen nicht rechtm├Ą├čig parken k├Ânnen, von der Behinderung durch diese zu gro├čen Fahrzeuge ganz abgesehen. Merkw├╝rdigerweise haben viele Wohnmobile einen Anwohnerparkausweis. Wie kann etwas seitens der Stadt f├╝r teures Geld ausgegeben werden, was nur ordnungswidrig genutzt werden kann?
6. Die Ecke Kirchstra├če/Konradstra├če wird in der Regel durchgehend zugeparkt, was f├╝r alle Verkehrsteilnehmer eine gro├če Behinderung darstellt. W├Ąre es m├Âglich, die Kreuzungen mit Sperrungen wie z. B. Pollern oder B├╝geln zu versehen, um wenigstens den Kreuzungsbereich gem├Ą├č StVO autofrei zu halten?

Ich darf darauf hinweisen, dass es in der Kirchstra├če vier Kitas und ein Seniorenheim gibt. Auch wohnen in der Stra├če etliche Familien mit schulpflichtigen Kindern. Nicht nur die seit Jahren anhaltende Baustellensituation, auch die Verkehrssituation allgemein ist f├╝r alle Anwohner eine hohe Belastung und keineswegs frei von Gefahren. Es sollte nicht erst was passieren, bevor die Stadt handelt.

Soweit die Anmerkungen der Anwohner und ihre Fragen, f├╝r deren Beantwortung ich mich bedanke.

Mit freundlichen Gr├╝├čen
Dr. Wolf-Dieter Winkler (Stadtrat)

2017 begann mit dem Abriss dieser sch├Ânen alten Fabrik eine Baustellenserie in der Kirchstra├če, die bis heute andauert (Foto: K. U. M├╝ller)