Altes Kutscherhäuschen wird abgerissen

An der Ecke Hilda-/Talstraße nehmen die Bauarbeiten derzeit Fahrt auf. Das Gebäude des Kolping-Kollegs soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Der neue Baukörper soll sich über das gesamte Gelände bis zur Hildastraße erstrecken. Dadurch vergrößert sich die Nutzfläche, leider müssen sämtliche Bäume auf dem Gelände gefällt werden. Doch damit nicht genug: Bedauerlicherweise steht auch das alte Kutscherhäuschen der Bauplanung im Weg, die Abbrucharbeiten haben bereits begonnen. Freiburgs lange Liste abgerissener historischer Gebäude hat wieder einmal Zuwachs bekommen.

Doch es kommt noch schlimmer. Wer sich die Visualisierung des Neubaus ansieht (die BZ hat am 4.11.2025 berichtet), dem überkommt das kalte Grausen: Wuchtige und gefühllose Architektur, die sich nicht nur in keiner Weise in die Umgebung einfügt, sondern diese geradezu erschlägt. Die Bausünden in der näheren Umgebung waren bereits zahlreich genug, sei es der Kubus an der Ecke Tal-/Falkensteinstraße oder der kürzlich fertiggestellte Schulbau an der Landsknechtstraße, der mit dem Charme einer Legebatterie ein unrühmliches Gegenstück zur typischen Gründerzeitarchitektur bietet.

Nicht dass der bestehende Nachkriegsbau des Kolping-Kollegs schön gewesen wäre. Immerhin hat er aber den Baumbestand und das Kutscherhaus in die Planung mit einbezogen. Dies tut der Neubau nicht. Diese Rücksichtslosigkeit am Bau, gepaart mit Gleichgültigkeit bei den Verantwortlichen, führt dazu, dass Freiburg immer mehr sein Stadtbild verliert.

Das alte Kutscherhäuschen in der Oberwiehre ist bald Geschichte. Wieder ein historisches Haus weniger…