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Tauer um die Toten der Corona-Pandemie

In Deutschland sind seit Beginn der Pandemie vor rund einem Jahr, nach Auskunft des Robert-Koch-Instituts, mehr als 50.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier forderte nun dazu auf, im Gedenken an die Toten ein Licht ans Fenster zu stellen.

„Deutschland stellt ein Licht ins Fenster, weil jedes ‚Lichtfenster‘ uns miteinander verbindet. Unser Licht spendet Wärme, unser Licht zeigt Mitgefühl in einer dunklen Zeit“, so Steinmeier. Nach Ostern wolle er außerdem in Berlin eine zentrale Gedenkfeier für die Toten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie in Deutschland ausrichten. Er wolle damit „ein Zeichen setzen, dass wir als Gesellschaft gemeinsam trauern, dass wir die Toten und das Leid der Hinterbliebenen nicht vergessen“. Viel zu viele müssten um Angehörige trauern oder kämpften auf den Intensivstationen und in den Pflegeheimen um ihr Überleben.

Kerzen für ein Miteinander am Fenster (Foto: M. Managò)



Auf die Baumschutz-Satzung können die Anwohner nicht hoffen

Pressemitteilung vom 18. 01. 2021

Die mit Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler im Gemeinderat vertretene Wählervereinigung Freiburg Lebenswert (FL) unterstützt die Bemühungen der neuen Bürgerinitiative in der Wiehre, um den Baumbestand in den Hintergärten zwischen Sternwald- und Nägeleseestraße zu erhalten. „Natur- und Umweltschutz als Belange des Gemeinwohls müssen Vorrang haben vor den Partikularinteressen von Investoren“, so Stadtrat Dr. Winkler in einer Presse-Erklärung von FL am 15.01.2021.

Gleichzeitig weist FL darauf hin, dass die Freiburger Baumschutzsatzung dringend reformiert werden muss. Der aktuelle Konflikt zeigt überdeutlich, dass aufgrund der viel zu lockeren Ausnahmeregelungen im §6 der Satzung, deren Schutz-Zweck ein zahnloser Tiger ist, weil letztlich die Bauinteressen gegenüber dem Naturschutz stärker gewichtet werden. FL wird den Fall zum Anlass nehmen, eine Novellierung der Baumschutzsatzung mit dem Ziel zu erarbeiten, den Bäumen gegenüber den Bauinteressen Priorität zu gewähren.

Im Hinblick auf die medizinische und psychische Gesundheit der Freiburger Stadtbevölkerung kann ausreichend innerstädtisches Grün, das gut über die Stadt verteilt ist, erheblich dazu beitragen, Stress zu minimieren und psychische Erkrankungen zu verhindern. Urbanes Grün und auch gerade alte Bäume, leisten aufgrund ihrer Möglichkeit zum Temperaturausgleich, Lärmdämpfung und Luftreinhaltung einen positiven Beitrag für die Gesundheit und das Wohlbefinden jedes Einzelnen und werten ganz nebenbei sogar das Wohnumfeld, also auch den Immobilienwert auf.

In stark versiegelten, dicht bebauten Bereichen entstehen im Sommer Wärmeinseln, denn hier speichern Beton, Asphalt und Stein tagsüber die Wärme und geben sie nachts ab. Ein Abkühlen in der Nacht findet, mit den entsprechenden Folgen für die Gesundheit, nicht mehr statt. Der Erhalt der Freiburger Stadtbäume und Grünflächen wird uns Stadtbewohner aufgrund des Klimawandels und dem damit verbundenen Hitze- und Trockenstress der Pflanzen vor immer größeren gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen stellen. Dies und unsere Verantwortlichkeit zum Erhalt der Artenvielfalt beizutragen, verpflichtet die Stadtverwaltung, den Gemeinderat aber auch die gesamte Freiburger Bevölkerung sich für den Erhalt von Bäumen und Grünflächen einzusetzen.

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Freiburg Lebenswert e.V.
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So grün sah der Platz der alten Synagoge einmal aus, bevor er u.a. mit den Stimmen der Grünen zugepflastert und in eine Steinwüste verwandelt wurde. Dafür wurden viele Bäume gefällt! (Foto: K.-H. Krawczyk)



Deutsche Städte sind „überfüllt und überteuert“

Unter dieser Überschrift ist im Handelsblatt am 19.12.2020 ein interessanter Beitrag zur Situation am Immobilienmarkt erschienen. Städte würden ihre Anziehungskraft verlieren. Zwar sei es trotz der Coronakrise für viele sinnvoll ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen statt zu mieten, doch viele Käufer würden sich umorientieren. Denn: Deutsche Städte seien „überfüllt und überteuert“.

„Alle Experten sind sich einig: Die Coronakrise konnte dem deutschen Wohnimmobilienmarkt bislang nichts anhaben. Weder die Mieten noch die Preise sind eingebrochen. Im Gegenteil: Eigenheime, Eigentumswohnungen und Mehrfamilienhäuser haben sich in den ersten drei Quartalen 2020 stärker verteuert, als im selben Zeitraum des Vorjahres, zeigt der vdp-Immobilienpreisindex“, so das Handelsblatt.

„Seit der Jahrtausendwende beobachten wir einen Trend zum innerstädtischen Wohnen. Corona macht dagegen die suburbanen Lagen wieder interessanter“, beobachtet etwa Volker Eichener, Universitätsprofessor an der Hochschule Düsseldorf. Das bedeutet, dass die Preise im Umland großer Städte seit 2017 stärker zulegen, als in der Kernstadt. Das zeigt eine gemeinsame Studie der Sparda-Banken und des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Corona würde auch zu einem Trend zu größeren Wohnungen führen. Da man durch Home-Office im vergangenen Jahr viel mehr Zeit zu Haus verbracht habe, seien auch Paare und Singles vermehrt auf der Suche nach größeren Wohnungen. Und diese findet man zu bezahlbaren Preisen eher auf dem Lande.

Siehe: https://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/wohnungsmarkt-ueberfuellt-und-ueberteuert-die-stadt-verliert-ihre-anziehungskraft/26722536.html

Das Gleiche gilt für Bürokomplexe. Corona wird die Nachfrage nach Büroflächen reduzieren, seit sowohl Arbeitnehmer, als auch die Betriebe die Vorzüge der häuslichen Arbeit im Home-Office und deren technischen Möglichkeiten entdeckt haben. So warnte der Wissenschaftliche Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Sebastian Dullien: „Das Risiko einer Überbewertung steigt – insbesondere in den Ballungsgebieten“.

Und was macht Freiburg? Hartnäckig ignoriert man hier diesen Trend. Die Verwaltung und eine Mehrheit im Gemeinderat fordern weiter mehr Platz für Büroflächen und bauen hartnäckig einen Stadtteil Dietenbach, der so groß wie eine Kleinstadt ausfallen wird.

Teilweise sehr teure Bodenpreise in zentralen Wohngebieten: Die Bodenrichtwerte der einzelnen Quartiere in Freiburg findet man auf dem offiziellen Stadtplan der Stadt (hier: 2019)