Realitätsblase, Gentrifizierung und soziale Kälte in Freiburg

Am Ostermontag läuft in der ARD der erste Tatort, der in Freiburg spielt, mit Heike Makatsch als  “schroffe, unzugängliche Ermittlerin”, wie die Badische Zeitung (BZ) schreibt. In einem Interview, das sie der BZ in Berlin gegeben hat, antwortet sie auf die Frage nach der sozialen Kälte, die in der Tatort-Handlung in Freiburg gezeigt wird: “Die Stadt ist zwar schön zum Leben, aber auch teuer. Die Kehrseite dieser Realitätsblase ist die Gentrifizierung. Und wenn man Menschen die Heimat raubt, kann das dazu führen, dass sie sich wertlos fühlen und Todessehnsüchte entwickeln.”

Diese “Realitätsblase”, die Frau Makatsch zu Recht beschreibt, hat ihren Grund. Immer wieder wird bezahlbarer, preisgünstiger Wohnraum abgerissen und durch teure, gewinnmaximierende Neubauten ersetzt. Wir haben in der Vergangenheit immer wieder darauf hingewiesen und werden dies auch weiter tun. Umso mehr freuen wir uns deshalb natürlich über die Unterstützung einer prominenten Tatort-Kommissarin.

Hier das Interview mit Heike Makatsch in der BZ: http://www.badische-zeitung.de/computer-medien-1/ich-bin-ein-bisschen-hinterwaeldlerisch–119690507.html 

Und hier die Links zu den Abhandlungen in unseren Programm zu Wohnungspolitik  und  Wachstumswahn sowie auf unserer Homepage die Beträge zum Thema  Bezahlbarer Wohnraum.




“Hol den Bürgermeister”

Ohne Bürgerbeteiligung lässt sich heute keine kommunale Politik mehr machen. “In Heidelberg hat man das mehr oder weniger bitter erkennen müssen, als der vom Stadtrat schon verabschiedete Plan für ein neues Kongresszentrum durch einen Bürgerentscheid gekippt wurde. Seitdem versucht die Verwaltung, alles richtig zu machen”, so wird in einer SWR2-Sendung dazu festgestellt. Dazu gehört auch das Projekt “Hol dir den Bürgermeister”, ein neues Form der Bürgerbeteiligung, das in Austin in Texas nun einen renomierten Preis erhalten hat.

Der Oberbürgermeister von Heidelberg, Dr. Eckart Würzner, freut sich darüber sehr und stellt am Ende fest: “Das was unglaublich funktioniert hat, was ich am Anfang gar nicht so gedacht habe ist, dass gerade die jüngeren Menschen begeistert sind, dass man sie überhaupt wahrnimmt. Und das zeigt mir, dass es sehr viel damit zu tun hat, dass wir auch gegen Politikverdrossenheit gerade durch solche Projekte enorm viel verändern können. Deswegen: gutes Modul, hat sich absolut bewährt.” 

Städte wie Los Angeles, Sacramento und Berlin haben schon ihr Interesse angemeldet. Vielleicht kann ja auch Freiburg, das Heidelberg ja viel näher liegt als diese Großstädte, sich hier mal direkt informieren und von Heidelberg etwas lernen!? Schließlich besteht in Bezug auf echte Bürgebeteiligung, Transparenz von Entscheidungen und ehrlichem Informationsaustausch in Freiburg bekanntlich noch viel Nachholbedarf.

Hier der Link zur SWR-Sendung: http://www.swr.de/swr2/kultur-info/kultur-regional-buergerbeteiligung-get-the-mayor-heidelberg/-/id=9597116/did=17131508/nid=9597116/1s5kcki/index.html




Anfrage zu Waldwegen

 

Logo_Fraktion_FL_FFDie Fraktionsgemeinschaft Freiburg Lebenswert / Für Freiburg (FL/FF) hat aufgrund von Hinweisen von betroffenen Bürgern aus dem Stadtteil Herdern zum Thema Waldwege nach Baumfällungen folgende Anfrage an die Stadtverwaltung gestellt:

“Von erbosten Herdermer Bürgern wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass die Wege oberhalb vom Panoramahotel Mercure in Richtung Ladstatt und Roßkopf durch das Abholzen von Bäumen unter Verwendung schwerer Maschinen stark beschädigt seien. Es sei nicht mehr möglich auf den Wegen zu wandern, zu laufen oder Rad zu fahren. Ein Teil der Wege sei auch gesperrt.

Hierzu unsere Fragen:

1.  Wieso werden bei Holzfällerarbeiten die Wege und der Waldboden grundsätzlich massiv in Mitleidenschaft gezogen, was jedes Mal zu verärgerten Reaktionen der Bürgerschaft führt? Gibt es für eine Stadt – mit dem Anspruch „Green City“ zu sein – keine schonendere Bewirtschaftungsweise?

2.  Bis wann werden die Wege wieder in Ordnung gebracht und die Sperrungen aufgehoben sein?”

Hier die gesamte Anfrage als PDF-Datei: Anfrage Waldwege in Herdern 14.3.2016




Anfragen zu Obdachlosen

Logo_Fraktion_FL_FF

Die Fraktionsgemeinschaft Freiburg Lebenswert / Für Freiburg (FL/FF) hat aufgrund von Hinweisen von betroffenen Bürgern und Geschäftsleuten in der Stadt zum Thema Obdachlose in Freiburg folgende Anfrage an die Stadtverwaltung gestellt:

“Unsere Fraktion hat großes Verständnis dafür, dass Geschäftsinhaber, Hoteliers, Dienstleister, aber auch viele nicht direkt betroffene Bürger der Stadt Freiburg sich gegen die Nachtlager wohnungsloser Menschen in der Freiburger Innenstadt ausgesprochen haben, nicht zuletzt deshalb, weil damit oft hygienisch unzumutbare Zustände verbunden waren.

Andererseits handelt es sich bei diesen Obdachlosen um Menschen, die unsere Hilfe brau-chen, weil sie – wie wir alle wissen – nicht in der Lage sind, sich selbst zu helfen. Dass einige der Betroffenen die vorhandenen städtischen Notunterkünfte nicht nutzen können, nicht nur ihrer Hunde wegen, ist uns ebenfalls allen bekannt. Deshalb bitten wir darum zu prüfen, ob es nicht möglich ist, mit einfachen Mitteln (Bauwagen, Container, mobiles WC) innenstadtnah für entsprechende Schlafmöglichkeiten zu sorgen. Die Stadt hat in kürzester Zeit eine große Anzahl Container für Flüchtlinge aufstellen können. So muss es doch auch möglich sein, den oft kranken wohnungslosen Menschen eine entsprechende Hilfe anzubieten. Es sind hierfür nur sehr kleine Flächen notwendig, weil ja keine neue zentrale Einrichtung angestrebt wird.

Die Vorschläge der Ombudsstelle für wohnungslose Menschen und anderer für Wohnungslose engagierte Gruppen unterstützen wir ausdrücklich.”

Die ganze Anfrage hier als PDF-Datei: Anfrage Wohnungslose




Ermutigende Reaktionen auf unseren Brief zum Denkmalschutz

Auf das gemeinsames Schreiben mehrerer Gruppierungen zum Thema “Stärkung des Denkmalschutzes in Baden-Württemberg”, das wir am 7. März 2015 an 393 Email-Adressen von Kandidaten gesendet haben, die sich bei den bevorstehenden Wahlen um ein Mandat im Landtag bewerben, haben wir einige für uns und unser Anliegen bemerkenswerte und ermutigende Rückmeldungen erhalten (u.a. auch vom Spitzenkandidaten der CDU, Guido Wolf). Eine Auswahl der aussagekräftigsten Antworten haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Hier zunächst der Link zu dem Schreiben an die Kandidaten: https://freiburg-lebenswert.de/der-denkmalschutz-in-bw-muss-gestaerkt-werden/

Und hier die Antworten der Landtagskandidaten auf das Schreiben „Denkmalschutz in BW muss gestärkt werden“ (besonders wichtige Passagen haben wir rot markiert):

1.
Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für Ihre Zuschrift und die beigelegten Ausführungen zum Denkmalschutz. In diesem Zusammenhang unterstütze ich und die CDU insgesamt alle Ansätze in der Architektur, um regionale Baukultur und Identität zu erhalten. Sie trägt zum besonderen und einmaligen Erscheinungsbild unserer Kultur bei und schafft Identität. Sie verkörpert unsere Heimat.
Mit freundlichen Grüßen
Guido Wolf (CDU)
—–
2.
Sehr geehrte Herren,
vielen Dank für die Übersendung Ihrer Forderungen zur Weiterentwicklung des Denkmalschutzes in Baden-Württemberg. Nur wer seine Vergangenheit kennt und die Kulturdenkmale wertschätzt, schützt und erhält, kann seine Zukunft erfolgreich gestalten. Wir Freien Demokraten danken daher für Ihre wichtigen Impulse. Wie Sie sicherlich wissen, wurde am 26.11.2014 das Gesetz zur Änderung des Denkmalschutzgesetzes (Landtags-Drucksache 15/5870) im Landtag verabschiedet. Wesentlicher Inhalt war die Integration der regionalen Fachreferate Denkmalpflege der Regierungspräsidien in das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart als Vor-Ort-Präsidium zur Konzentration der fachlichen Denkmalpflege des Landes, soweit sie von den Regierungspräsidien wahrgenommen wird. Des Weiteren wurde ein landesweit zuständiger Denkmalrat eingerichtet, der die Denkmalbehörden bei grundsätzlichen Entscheidungen berät.
Wir setzen uns gerne dafür ein, dass es in der nächsten Legislaturperiode eine Evaluation zur Effektivität des Denkmalschutzes gibt und würden Schritte unterstützten, die den Denkmalschutz voranbringen. Hierbei würden wir zu gegebener Zeit sehr gerne auf Ihre Expertise zurückgreifen.
Einstweilen danken ich für Ihre wertvollen Hinweise und verbleibe
mit vielen Grüßen
Dr. Jan Havlik (FDP)
—–
3.
Sehr geehrte Herren,
vielen Dank für Ihr Mail.
Sie sprechen mir aus der Seele. Ich bin seit 2014 Gemeinderätin in Gernsbach, eine wunderschöne kleine Stadt mit schöner Altstadt. Da merke ich immer wieder, wie sehr der Denkmalschutz auch von Einzelentscheidungen der Person des Denkmalschützers abhängt. Insofern begrüße ich Ihre Vorschläge.
Vielen Dank für Ihre Anregungen.
Freundliche Grüße
Sylvia M. Felder (CDU)
—–
4.
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ihren beigefügten Anhang habe ich gelesen. Auch ich halte unsere Kulturgüter für schützenswert und den Denkmalschutz und den Werterhalt für sehr wichtig, gerade auch für nachfolgende Generationen. In dem umfangreichen Parteiprogramm der ALFA haben wir die Kultur als Kernkompetenz der Länder verankert, was Sie gerne unter http://alfa-bund.de/wp-content/uploads/2015/08/Parteiprogramm-ALFA.pdf nachlesen können.
Als Kandidatin für den Wahlkreis möchte ich Sie gerne unterstützen.
Mit freundlichen Grüßen
Petra Coenders (ALFA)
—–
5.
Sehr geehrte Damen und Herren vom Verein Freiburg Lebenswert,
mit großem Interesse habe ich Ihren Aufruf gelesen. Bis auf die Forderung der Beweislastumkehr bei denkmalgeschützten Gebäuden trage ich Ihre Anliegen gerne mit. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob Sie tatsächlich mich kontaktieren wollten, da ich nicht Landtagskandidat für Freiburg, sondern für Villingen-Schwenningen bin.
Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
Freundliche Grüße,
Michael Strauß (Alfa)
—–
6.
Sehr geehrte Herren,
in meiner über dreißigjährigen kommunalpolitischen Tätigkeit habe ich mich immer für den Denkmalschutz eingesetzt. Ihre Forderung halte ich daher für notwendig. Auch ich erlebe es, dass immer wieder denkmalgeschützte Gebäude abgebrochen und die Flächen neu bebaut werden. Ich denke, dass die Landespolitik bislang dieses Thema nicht aufgegriffen hat, weil sehr viele OberürgermeisterInnen und BürgermeisterInnen dies nicht wollen. Im Falle meiner Wahl in den Landtag, bitte ich Sie nochmals auf mich zuzukommen, damit ich das Thema in die Grüne Landtagsfraktion einbringen kann.
Beste Grüße
Armin Waldbüßer (B-90/Grüne)
—–
7.
Sehr geehrter Herren,
vielen Dank für die Informationen zum Denkmalschutz und die Forderungen Ihrer Initiative. Als Besitzerin und Bewohnerin eines denkmalgeschützten Jugendstilhauses aus dem Jahr 1901, das mein Mann und ich mit viel Liebe (und Geld) restauriert haben, weiß ich um den Wert historischer Bauten und setze mich seit vielen Jahren in meiner Heimatstadt für Denkmäler ein. Im Falle meiner Wahl werde ich mich deshalb gerne für eine Novellierung des bestehenden Gesetzes einsetzen.
Freundliche Grüße
Stefanie Seemann (B-90/Grüne)
—–
8.
Guten Tag,
gerne nehme ich ihr Anliegen mit in die entsprechenden Gremien im Land.
Vielen Dank für ihre Nachricht.
Gruß von Martina Braun (B-90/Grüne)
—–
9.
geehrte Damen und Herren, gerne unterstütze ich den Denkmalschutz in BW, da diese Denkmäler Teil unserer Kultur und Geschichte sind und erhalten werden müssen!
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Herbert Müller (FDP)
—–
10.
Sehr geehrte für den Denkmalschutz Engagierte,
vielen Dank für Ihre Anregungen. Als ehemaliger denkmalpolitischer Sprecher der SPD im Landtag teile ich Ihre Anliegen und habe mich schon damals für eine bessere finanzielle Ausstattung stark gemacht.
Mit freundlichem Gruß
Rolf Gaßmann (SPD)
—–
11.
Sehr geehrter Herr Kroll. sehr geehrter Herr Winkler, sehr geehrter Herr Klein, sehr geehrter Herr Scheck,
vielen Dank für Ihre Information zum Denkmalschutz in Baden Württemberg. Ich bin ganz ihrer Meinung, daß der Denkmalschutz in Baden Württemberg dringend novelliert werden muß und stimme Ihnen in allen Punkten zu.
Vieles war mir neu und ich finde es erschreckend, wie mit baulichen Kulturgütern bei uns im Land umgegangen wird. Ich finde, daß sich das Land hier auch bei der Finanzierung im großen Umfang beteiligen muß, u.a. mit mehr Steuern für Konzerne und auf Vermögen. Ich gehe sogar einen Schritt weiter – es muß ein generelles Verbot von Investoren bei Wohnungen geben – Wohnen und Kultur sind Menschenrechte und mit Investoren und Gewinnmaximierung unvereinbar. Gefördert und zugelassen sollten lediglich Familien und Alleinerziehende, Kommunen, Land und Baugenossenschaften sein.
Ich unterstütze Ihr Vorhaben voll und ganz und wünsche Ihnen viel Erfolg. Es ermutigt mich auch, daß sich Menschen außerhalb der Parlamente für Kultur, Wohnen und Denkmalschutz engagieren.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Wenzel (DIE LINKE)
DGB Kreisvorsitzender Heidelberg Rhein-Neckar
—–
12.
Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für Ihre Mail hinsichtlich eines zu verbessernden Denkmalschutzes in Baden-Württemberg. Ihre Forderungen werde ich im Falle eines Einzuges gerne mit Ihnen diskutieren.
Mit freundlichen Grüßen
Sahra Mirow (DIE LINKE)
—–
13.
Sehr geehrte Herren,
haben Sie herzlichen Dank für Ihr Schreiben.
Wenn ich gewählt würde, was ich 13.03. dann weiß, bin ich sehr gerne bereit, Ihr Anliegen zu unterstützen.
Freundliche Grüße
Jürgen Keck (FDP)
—–
14.
…vielen Dank! Aber sechs Tage vor der Landtagswahl habe ich keine Zeit mehr, mich damit intensiv zu beschäftigen. Aber danach…
Stefanie Brum (SPD)
—–
15.
Vielen Dank für die Informationen
Herzliche Grüße
Florian Kußmann (FDP)
—–
16.
Sehr geehrte Herren,
vielen Dank für Ihre Nachricht. Gerne lege ich Ihre Ausführungen meinem Chef vor. Möglicherweise findet sich nach der Wahl Gelegenheit, Ihr Anliegen mit Vertretern der Regierungsparteien zu erörtern. Vermutlich haben Sie aber auch schon jetzt AnsprechpartnerInnen bei sich in der Region gefunden, wie ich annehme?
Mit den besten Grüßen aus dem Büro Thomas Funk (SPD)
Daniel Hamers
—–
17.
Sehr geehrter Dr. Kroll,
sehr geehrter Dr. Winkler, lieber Wolf-Dieter,
sehr geehrter Herr Klein,
sehr geehrter Herr Scheck,
Vielen Dank für Ihr Schreiben an Fraktionsvorsitzende Sitzmann MdL und weitere Abgeordnete und Kandidaten und Kandidatinnen der Grünen. Sie weisen zurecht darauf hin, dass der Denkmalschutz eine wichtige öffentliche Aufgabe darstellt und Denkmälern eine entscheidende Rolle zukommt, die Geschichte unseres Bundeslandes und unserer Städte, Gemeinden und Regionen zu vermitteln. Die Landesregierung fördert daher den Erhalt und die Sanierung von Denkmalen mit über 18 Millionen Euro jährlich. Davon profitiert Freiburg und die Region, als Beispiele seien das Münster und die Getrud-Luckner-Gewerbeschule in der Kirchstr. genannt. Wir bedanken uns daher sehr für Ihre Anregungen, den Denkmalschutz in Baden-Württemberg zu stärken und wir werden diese prüfen.
Ich selbst bin als Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Kultur von Bündnis 90/Die Grünen auch auf landespolitischer Ebene aktiv und würde mich freuen, wenn wir nach der Landtagswahl ins Gespräch über ihre Anregungen kommen könnten. Gerne würde ich mich hierzu mit Ihnen treffen, ich würde versuchen zu einem solchen Gespräch auch den kulturpolitischen Sprecher der Landtagsfraktion, Manfred Kern, mitzubringen. Herrn Winkler sehe ich ja in meiner Funktion als Stadtrat häufig, ich würde daher auf Herrn Winkler mit einem Terminvorschlag zukommen.
Herzlich,
Timothy Simms
Referent der Fraktionsvorsitzenden Edith Sitzmann MdL (B-90/Grüne)
—–

Sowie hier noch einige Antworten auf das Schreiben von Friederike Zahm, die einen Brief („Bitte setzen Sie sich für die Verbesserung des Denkmalschutzes in BW ein“) mit ähnlichem Inhalt an die Kandidaten der Region Freiburg geschickt hat:
A.
Sehr geehrte Frau Zahm
Herzlichen Dank für Ihre Zuschrift.
Gerne werde ich das Thema aufgreifen.
Vielleicht sollte darüber nachgedacht werden, ob es wirklich richtig ist, dass untere Baurechtsbehörde und Denkmalschutzbehörde in einer Hand liegen.
Gerne werde ich mich in diesem Einzelfall noch einmal beim Landesdenkmalamt informieren.
Ich möchte auch darauf hin weisen, dass Ihnen auch immer der Weg zur vorgesetzten Behörde (dem Regierungspräsidium Freiburg) offen steht oder auch eine Petition beim Landtag.
Mit freundlichen Grüßen
Gabi Rolland (SPD-Landtagsabgeordnete)
—–
B.
Sehr geehrte Frau Zahm,
vielen Dank für Ihr Schreiben zum Denkmalschutz in Baden-Württemberg, dessen Eingang ich Ihnen gerne bestätige.
Da Ihr Anliegen sehr spezifisch und ausführlich ist, bitte ich Sie noch um etwas Geduld bei der inhaltlichen Beantwortung. Wir prüfen Ihr Anliegen und melden uns wieder bei Ihnen.
Mit freundlichen Grüßen,
Niklas Janssen
Referent der Fraktionsvorsitzenden Edith Sitzmann (B-90/Die Grünen)
—–
C.
Sehr geehrte Frau Zahm,
vielen Dank für Ihre Informationen. Als gelernter Buchbindermeister und Buchrestaurator habe ich mich schon immer für den Erhalt alter Historischen Gebäude, Wegkreuze, Anlagen uvm. eingesetzt. Daher begrüße ich immer eine saubere Abwägung aller Belange, ehe man mit dem Abriss von Gebäuden unwiederbringliche Tatsachen schafft.
Eine glück’seelige Fasnt wünsche ich Ihnen – oder einfach eine wohltuende Auszeit.
herzlichst
Ihr
Johannes Baumgärtner (CDU)
—–
D.
Sehr geehrte Frau Zahm,
vielen Dank für Ihren Brief, den ich gelesen habe, dem ich aber in einigen Aspekten nicht zustimmen kann.
Dies mag daran liegen, dass ich selbst mit 2 Baudenkmälern befasst bin, für die ich Verantwortung trage:
Das eine ist ein wunderschönes Jugendstilhaus, wir haben es fachmännisch saniert und es ist wirklich ein Juwel.
Das Andere ist ein Schwarzwälder Bauerhaus aus dem Jahr 1550 – ein wunderschönes, verwinkeltes Gebäude mit noch guter Bausubstanz. Wir haben es in den letzten beiden Jahren für eine fünfstellige Summe von einem renommierten Architektenteam, welches auf die Sanierung von Schwarzwaldhöfen spezialisiert ist, untersuchen lassen und haben eine Entwurfsplanung für die Sanierung. Allerdings: Trotz der zu erwarteten Zuschüsse der Denkmalpflege fehlen uns 1,5 Millionen Euro, damit sich diese Sanierung irgendwie stemmen lässt. Hätten wir dieses Geld, dann würde ich morgen anfagen? Seit 3 Jahren versuchen wir Spender zu finden, aber die Geldeingänge sind spärlich.
Wenn wir nun Ihrem Vorschlag entsprechend noch eine Ersatzvornahme bezahlen müssten, dann würden wir sofort abreißen (verkaufen geht nicht – das Gebäude will niemand haben, da es im Naturschutzgebiet steht und eine Nutzungsänderung ausgeschlossen ist) – so versuchen wir, das Gebäude so lange wie möglich in einem Zustand zu halten, der eine Sanierung noch möglich macht. Aber es wird knapp und als gemeinnütziger Verein kann der Inhaber keine großen Sprünge machen.
Zusammengefasst: Denkmalpflege ist ein sehr teurer Spaß, den man sich auch leisten können muss.
Ich bin daher sehr dafür, steuerliche Anreize zu erhöhen. Gerne kann auch die direkte Förderung erhöht werden, insbesondere wenn es sich um Objekte handelt, die später gemeinnützig genutzt werden, vieleicht auch aus EU-Mitteln.
Viele Grüße
Jens-Arne Buttkereit (FDP)
—–




Alle Fakten zur Sicherheit am Flugplatz

Die Bürgerinitative (BI) “Pro Flugplatz” hat sich entschlossen, ihre Aktivitäten gegen den Bau des von der Stadt Freiburg geplanten Fußballstadions auf dem Flugplatz transparent online darzustellen.

Nach wie vor sind sie davon überzeugt, dass es für Piloten lebensgefährlich ist, bei Südwestwind hinter dem möglichen Stadionkörper zu starten und zu landen. Nicht ohne Grund gibt bei keinem anderen Flugplatz ein ähnlich großes Gebäude in der angedachten Nähe zur Landebahn .

Laut dem von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachten gibt es an 350 Stunden pro Jahr unfallträchtige Winde. Im von der BI in Auftrag gegebenen Sicherheitsgutachten führt Herr Prof. Hanke aus, dass im Sekundenabstand bei Start und Landung mit verschiedenen Windstärken und Windrichtungen zu rechnen ist. So schnell könne nach Auskunft der BI kein Pilot gegensteuern – weder Flugschüler noch Profi.

Hier der Link zur Chronik mit allen Schreiben und Dokumenten: http://www.pro-flugplatz-freiburg.de/chronik-korrespondenz-sc-stadion/

Die Start- und Landebahn des Flugplatzes Freiburg; davor die Madisonallee
Die Start- und Landebahn des Flugplatzes Freiburg; davor die Madisonallee




Der Denkmalschutz in BW muss gestärkt werden!

Altbau_Neubau_Kontrast_1a

Folgendes gemeinsames Schreiben mehrerer Gruppierungen wurde heute, am 7. März 2015 an 393 Email-Adressen von Kandidaten gesendet, die sich bei den bevorstehenden Landtagswahlen am 13.03.2016 um ein Mandat in Baden-Württemberg bewerben:

Sehr geehrte Frau Landtagskandidatin,
sehr geehrter Herr Landtagskandidat,

viele Bürger und Gruppierungen in Freiburg sind zu der Überzeugung gelangt, dass der Denkmalschutz in Baden-Württemberg eine stärkere Position erhalten muss. Dies haben wir in den beiliegenden Ausführungen begründet. Zuständig dafür ist im Rahmen der Kulturhoheit der Länder der Landtag.
Wir schreiben Sie daher als Kandidatin und Kandidaten der kommenden Landtagswahl an, mit der Bitte, dieses Vorhaben zu unterstützen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr.-Ing. Dieter Kroll, Baudirektor i.R., Vorsitzender BV Opfingen, Vorstandsmitglied Freiburg Lebenswert e.V.

Dr.-Ing. Wolf-Dieter Winkler, Stadtrat, Fraktionsvorsitzender, Fraktionsgemeinschaft FL/FF

Lars-Stephan Klein, Stadtbild Deutschland e. V., Regionalverband Südbaden

Joachim Scheck, VISTAtour, Stadtführungen

Hier das gemeinsame Schreiben (PDF) an die Kandidaten:
Schreiben an die Landtagswahl-Kandidaten vom 07.03.2016

Eine Auswahl der aussagekräftigsten Antworten der Kandidaten haben wir hier für Sie zusammengestellt: https://freiburg-lebenswert.de/ermutigende-reaktionen-auf-den-brief-zum-denkmalschutz/

Vorbildliche Restaurierung und gelungener Ausbau einer alten Scheune im Stadtteil St. Georgen durch die Fa. Willi Sutter
Vorbildliche Restaurierung und gelungener Ausbau einer alten Scheune im Stadtteil St. Georgen durch die Fa. Willi Sutter




Zur Baumfällaktion am Dorfbach in Haslach

Zu der Baumfällaktion am Dorfbach in Haslach, die viel Protest hervorgerufen hat, hat Ulrich Glaubitz folgenden Leserbrief verfasst und an die Badische Zeitung (BZ) geschickt. Wir möchten diesen Brief hier gerne hier veröffentlichen und damit all unseren Lesern zugänglich machen:

Es ist lobenswert, daß die BZ über den Protest und die Empörung der Bürger anläßlich der massiven Baumfällungen der letzten Wochen und Monate berichtet und auch den sprachkritischen Kommentar eines Bürgers erwähnt, der die Fällaktion in Haslach zutreffend als „Denaturierung“ bezeichnet. Die Einlassungen der Vertreter der Stadtverwaltung, zitiert im BZ-Artikel „Renaturierung mit Säge“ vom 5.3.2016, sollten aber nicht unkommentiert stehen bleiben. Darum dieser Leserbrief.

Man habe der Bürger „Resonanz unterschätzt“ sagt Matthias Heigold vom GuT. Das ist nun wirklich wenig glaubwürdig, wenn man bedenkt, daß bei Planungen mit Bürgerbeteiligung (z.B. ZAK in Betzenhausen) über das Thema Baumfällungen bis kurz vor dem Anwerfen der Kettensäge nicht gesprochen wird. Nein: Das Gegenteil ist richtig: Die Verwaltung weiß genau, wie unpopulär Baumfällungen sind; deshalb versucht sie, solche Planungen möglichst nur ganz diskret in die öffentliche Debatte zu geben.

Der Haslacher Dorfbach sei in seinem jetzigen Zustand „ein totes Gewässer“, weil für Fische „Stufen im Bachbett“ ein Hindernis seien und „Kleinstlebewesen“ sich „nicht wohl“ fühlten. Auch diese unbegründeten Behauptungen können nicht überzeugen, wenn man sich vor Ort begibt und den Bach in Augenschein nimmt. Schön wäre es auch, wenn sich die Verantwortlichen um die etwas größeren Lebewesen, uns Bürger nämlich, ebenso sorgten. Die Bäume erhalten unsere Atemluft, die durch steigenden Verkehr und Klimawandel bedroht ist. Der Slogan auf den Wahlplakaten der Grünen „Wir erhalten, was uns erhält“ sei hiermit unserem OB aufs Butterbrot geschmiert.

Auch der Hochwasserschutz muß als Argument herhalten, ein kleines Brücklein sei „häufig nicht passierbar“. Von Haslacher Bürgern hört der Schreiber dieser Zeilen das Gegenteil: Maßlos übertrieben.

Mit dem Satz „Die Bäume hätten im Weg gestanden – und wären sowieso verfault, weil sie durch den neuen Bachlauf nasse Füße bekämen“ wird Thomas Lindinger vom GuT zitiert. Dieser Standpunkt birgt nun aber eine Arroganz, die den Bürger zornig macht. Es ist höchste Zeit, daß in Freiburg eine effiziente Pflanzenschutzsatzung geschaffen wird, die solche selbstherrlichen und zerstörerischen Projekte der Verwaltung vereitelt. Für die Fraktionen im Gemeinderat besteht Handlungsbedarf, weil das GuT in seiner aktuellen Verfassung die Natur im Stadtgebiet nicht schützt sondern preisgibt. Es ist auch offensichtlich, daß die ungute Verquickung von G „Garten“ und T „Tiefbau“ im GuT aufgelöst werden sollte, damit zwei separate Ämter ihre naturgemäß unterschiedlichen Interessen transparent in der öffentlichen Debatte vertreten können.

Fassungslos ist der Bürger jedoch, wenn er jetzt zur Kenntnis nehmen muß, daß das Projekt am Haslacher Dorfbach, für das 500.000 EURO (!) an Steuergeldern ausgegeben werden, als “ökologischer Ausgleich” für den Naturflächen-Verbrauch beim Bau des neuen Rathauskomplexes im Stühlinger dienen soll. Wie soll man da nicht vom Glauben abfallen! Freiburg Green City, sagen die Werbefuzzis vom Rathaus. Freiburg Black Town, sagt die betonierte Wirklichkeit.

Ulrich Glaubitz




Zurück aufs Land

Landwirtschaft_1„Jahrzehntelang verloren Frankreichs ländliche Regionen Einwohner, jetzt wachsen die Dörfer wieder – auch abseits der Tourismuszentren“. So heißt es in einer kurzen Notiz im Heft GEO 03/2016 (S. 23). Es wird dort berichtet, dass es Städter zum Leben und Arbeiten in die Dörfer zieht, weil sie Ruhe, Entspannung, Entschleunigung und Naturnähe suchen und das Geldverdienen durch das Internet ortsunabhängiger geworden ist. Die ländlichen Gebiete verzeichneten mit diesen Neuzugängen im Zeitraum zwischen 1999 und 2007 einen Nettogewinn von knapp 60.000 Bewohnern. In den französischen Alpen wächst die Bevölkerung derzeit durchschnittlich um 9 % pro Jahr. Die Regierung möchte diesen Trend stabil halten und unterstützt ihn durch geplante Maßnahmen. So soll auch in Regionen mit geringer Bevölkerungsdichte Highspeed-Internet zur Verfügung stehen oder es sollen junge Ärzte durch Anreize gewonnen werden, sich nach der Ausbildung auf dem Land niederzulassen, um die alte und neue Bevölkerung zu versorgen.

Freiburg Lebenswert meint, dass ein solcher Trend auch in Deutschland hervorgerufen bzw. verstärkt werden kann und muss. Hinzu kommt der Vorteil des großen Preisgefälles bei Kauf- und Mietpreisen, der ländliche Regionen einerseits attraktiv macht und andererseits die teuren Ballungszentren entlasten würde.

Siehe dazu in unserem Programm z.B. die Beiträge zu: Grünflächen, sowie Naherholungsgebiete und Stadtentwicklung.